25 Jun 2021

Start-up-Gefühle zum Dienstjubiläum

Rainer Thiel from Generali Deutschland Services GmbH

Ich bin seit 1992 im Konzern, also seit 29 Jahren. Die ersten 24 davon habe ich in Aachen gearbeitet, als Sachbearbeiter bei der AM Leben und der AM Informatik in unterschiedlichen Bereichen.

Dann kam 2015 SSY, der Plan, den Konzern umzustrukturieren und fit zu machen für die Zukunft. Ein Aspekt hat bei mir von Anfang an Interesse ausgelöst, nämlich die Vorstellung, einen Standort in den ‚neuen Bundesländern‘ zu gründen. Konkret sollte in Leipzig eine Gruppe für die Abteilung Insurance Customer Services in der GDS im operativen Bereich eröffnet werden.

Schnell wurde mir klar, dass das für mich eine Möglichkeit wäre, noch einmal etwas ganz Neues anzufangen, und ich bewarb mich als Teamleiter. So machte ich mich auf zum neuen Standort Leipzig und wurde zum Mann der ersten Stunde.

Alles begann am Abend des 3. Oktober 2016 beim Italiener um die Ecke, an dem 8 Personen teilnahmen: Zwei Abteilungsleiter, die ihre Dienstsitze in Aachen und Hamburg hatten, aber gerade in der Anfangszeit sehr häufig in Leipzig waren; eine Gruppenleiterin, die ebenfalls schon sehr lange im Konzern war und von einem anderen Standort dazu stieß; zwei neue externe Teamleiter aus Leipzig; der BR-Vorsitzende der GDS; eine Personalentwicklerin, die uns die ersten Wochen intensiv begleiten sollte und ich.

Am nächsten Morgen ging es los mit 30 neuen Mitarbeitern in 3 Teams. Darunter waren auch 3 Konzernwechsler, die den neuen Standort zur Rückkehr in ihre ‚alte Heimat‘ genutzt hatten. Die Mehrheit der neuen Mitarbeiter hatte zuvor noch nicht in der Versicherungsbranche gearbeitet. Wir stiegen ein mit fachlichen Schulungen, Teambuilding, Gewöhnung an ein neues Raumkonzept mit Desksharing und diversen Kleinigkeiten, die auf einmal auftauchten und mit denen man trotz sorgfältiger Planung nicht gerechnet hatte. Meine Themen waren nicht nur Arbeitsverteilung, Auslastung und SLAs, sondern auch Möbel schleppen, Fotos zur Dokumentation machen und die Kaffeeversorgung sicherstellen. Eben ein Hauch von Start-Up.

Ständig gab es Bewerbungsgespräche, und wir wuchsen immer weiter: 2017 ein Telefonie-Team, 2018 ein viertes Team bei der Schriftgutbearbeitung, 2020 ein fünftes und ein zweites Telefonie-Team.

Zum ersten Geburtstag gab es eine große Torte. Und am 17.8.2017 feierte ich mein 25jähriges Dienstjubiläum, mit meinem Team und einigen Führungskräften. Fast alle Gäste waren noch nicht einmal ein Jahr im Unternehmen.

Doch auch in Leipzig ist nach knapp 5 Jahren ein wenig Normalität eingekehrt. Aktuell haben wir rund 140 Mitarbeiter in 7 Teams. Neueinstellungen gab es seit September im Schriftgutbereich nicht mehr. Unsere früheren Abteilungsleiter sind mittlerweile im Ruhestand und die ehemalige Gruppenleiterin ist in ihre Heimat zurückgekehrt.

Ich habe meinen Entschluss zum Wechsel nie bereut. Die Erfahrungen der letzten fünf Jahre möchte ich nicht missen. An einem kleinen Standort wie Leipzig werden die Führungskräfte häufiger in übergreifende Themen mit eingebunden, was für mich einen besonderen Reiz ausmacht.

Wie wird es sein, wenn wir wieder in die Büros zurückkehren? Vielleicht kommt er dann wieder, dieser Hauch von Start-Up…